Psychische Gesundheit

In den 1980er Jahren gab es Spanien eine bedeutende psychiatrische Psychiatrie-Reform. Diese hatte zur Folge, dass Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen psychiatrische Einrichtungen verließen und in ihre häusliche Umgebung zurückkehrten. Da die psychische Gesundheitsversorgung im privaten Kontext kaum entwickelt war, übernahmen in Folge Familien den größten Teil der Pflege. Als Reaktion darauf schlossen sich Angehörige zusammen und gründeten Vereinigungen, um die Lebensqualität von Menschen mit schwerwiegenden psychischen Problemen und deren Verwandten zu verbessern. In einem späteren Stadium schlossen sich diese Verbände wiederum zusammen und gründeten die Federació Salut Mental Catalunya / Catalonia Mental Health Federation, die heute ein Partner im CoAct Projekt ist. Sie ermittelten auf partizipative Weise gemeinsame soziale Anliegen von Personen mit psychischen Erkrankungen und ihren Familien: Das Fehlen von Instrumenten, Modellen und Protokollen, die die Lebenserfahrung und das Selbstbild von Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Angehörigen in den Mittelpunkt stellen.

Warum Citizen Social Science für psychische Gesundheit in Barcelona?

In den letzten zwei Jahrzehnten begann man mit dem sogenannten “Recovery-Modell” psychische Erkrankungen zu überdenken und hierbei Widerstandsfähigkeit, Lebenszufriedenheit und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt zu stellen. Das Recovery-Modell stellt die gelebten Erfahrungen von Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen in den Vordergrund. Mechanismen, die zum Wohlbefinden des Einzelnen beitragen, wie (formelle und informelle) unterstützende soziale Netzwerke und der Einsatz von Selbstmanagement-Instrumenten, sind ebenfalls von zentraler Bedeutung für diesen Ansatz.

Die Weltgesundheitsorganisation betont wie wichtig die Beteiligung von Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen und ihrer Familien an der Umstrukturierung, Bereitstellung, Bewertung und der Kontrolle von Dienstleistungen ist, damit sowohl Pflege als auch Behandlungen besser auf ihre Bedürfnisse eingehen.

Wie wird das umgesetzt?

Als CoAct gestalten wir neue digitale Schnittstellen mit, indem wir beispielsweise ein kollektives digitales Gespräch mit Erwachsenen mit psychischen Störungen und ihren Familien ermöglichen, die im Großraum Barcelona leben. Der letztendliche Ansatz wird diskutiert und gemeinsam mit jenen Betroffenen, die als Kernforscher*innen fungieren, entschieden. Dies geschieht unter Berücksichtigung verschiedener Methoden, um mögliche Formen der Ausgrenzung unter den Teilnehmer*innen zu vermeiden.

Die Forschung basiert auf dem Austausch individueller Erfahrungen in Form von sogenannten “Micro-Stories”. Dieser Ansatz ermöglicht die Erfassung sehr ergiebiger Daten und kann daher besonders gut auf die Notwendigkeit des Selbstmanagements im Bereich der psychischen Gesundheit eingehen.

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